Die politische Erleichterung in diesem Jahr kam von den US-Wählern, die mit ihren Stimmen bei den midterm election ein deutliches Zeichen für den Fortbestand unserer demokratischen Freiheit setzten. Damit haben sie auch die zunehmende Verlogenheit und Unehrlichkeit abgebremst. Ja, in den letzten Jahren haben die Medien immer dreistere Behauptungen verbreitet, die nicht nur falsch waren, sondern auch politisch sinistere Ziele verfolgten, mit denen die einen die anderen übervorteilen wollen wie die Beispiele in Russland und leider jetzt auch in China zeigen. Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn jeder jeden belügt und wenn Vertrauen als Grundlage unseres Zusammenlebens entfällt. Dann geht nichts mehr und es kommt zum Desaster, wie wir es jetzt gerade in der Ukraine erleben. Die Jüngsten von uns haben es interessanterweise erkannt und wehren sich über den Kampf um die Wahrung der Wahrheit und unseres physikalischen physischen Überlebens.
Trotz politischer Beklommenheit verlief unser Leben als 80-jährige entsprechend geruhsam. Es gibt nur wenig Aufregendes zu berichten. Im Februar besuchte uns Max, der beindruckende jüngste Sohn von Hannes Wacha aus Frankfurt, ein alter Freund aus der Gründungszeit der Arbeitsgemeinschaft Peritonitis der Paul Ehrlich Gesellschaft und der Gründung der Surgical Infection Society Europa (SIS-E) 1987 im Kongresszentrum in Hamburg. Hannes hatte Dietmar zur 20-zig jährigen Jubiläumsrede der SIS-E im „Römer“ in Frankfurt eingeladen. Umgeben von Statuen aller deutschen Kaiser war es der eindrucksvollste Vortagsort überhaupt.
An unserem Hochzeitstag im März gönnten wir uns ein feines Essen mit einem Pauillac und Crêpes Suzettes bei Roesslers, dem lokalen Feinschmecker Restaurant. Später wiederholten wir das mit dreien unserer fünf Enkel, Fritzi, Sabine und Meike. Eine schöne Erinnerung. Im Mai besuchten uns Don und Diane aus Wisconsin und wir diskutierten heftig wie immer und engagiert, trotz unseres Greisenalters
Zu Dietmars Geburtstag im Juni besuchten uns sein Bruder Volker und Jutta sowie ihr weltreisender Sohn Nils. Die Zeit mit ihnen war wie immer war sehr schön, obwohl Dietmar nach einem Sturz aufs Gesicht in allen Farben des sich abbauenden Hämoglobins schillerte. Nils kam dann noch ein zweites Mal, um Heidi in ihrer Aufpasser-Funktion für Dietmar nach einer Da Vinci Prostata Resektion wahrzunehmen.
Heidi, dahingegen flog nach Hamburg und verbrachte fröhliche Stunden mit ihrer letzten Klasse, die in diesem Jahr ihren 40. Schulabschluss feierte. Dieses Klassentreffen war integriert in ein volles Besuchs-Programm mit vielen guten Freunden. Bärbel, ihre Freundin seit der 10. Klasse kam aus Zürich und sie verbrachten einen sonnigen Nachmittag beim Op‘n Bull’n an der sonnigen Elbe. Heidi hatte auch Zeit, mit Ihren neuesten Freunden Willfried und Ursel aus dem nördlichen Schleswig-Holstein vor der Elbphilharmonie zu klönen und die Freundschaft zu vertiefen. Eine Alsterkanalfahrt mit Maria und Karin endete beim Lunch im Alsterpavillon. Unsere gute Freundin Gisa traf Heidi im Restaurant Vlet zum vertrauten Gedankenaustausch am Kamin. An einen weiteren Nachmittag wurde dies mit einer Abendschul - Freundin weitergeführt
Der Gipfel dieser Reise war jedoch das Wiedersehen mit unserer Enkelin Daphne! Sie verbringt 5 Monate an einem Hamburger Gymnasium und ihre gesamte Freizeit „selbstverständlich“ auf dem Fußball Platz. Zu ihrem 16. Geburtstag gab es eine fröhliche Familienfeier bei Volker und Jutta was am nächsten Tag durch einen Einkaufsbummel – Oma und Enkelin - gekrönt wurde.
In Hamburg wohnte Heidi nicht bei ihrer sehr kranken Freundin Ingrid, sondern bei Max und Marlies, alte Freunde aus ihrer Jugendzeit. Dennoch besuchte Heidi Ingrid zu Hause und gemeinsam mit Ingeborg und Wolfgang klönten sie bei Schillers im Garten wie in alten Zeiten. Es war schön, die Erinnerungen aus fast 40 Jahren Tanzkreis Freundschaft aufleben zu lassen. Diese Erinnerungen sind jetzt wertvoll, da Wolfgang und Ingrid im November von uns gegangen sind.
Im September besuchte uns Annemarei anlässlich einer Vortragreise zu verschiedenen Universitäten in Deutschland, Frankreich und den USA und auch Hospitationen an der Charité in Berlin und im Sarasota Memorial Hospital. Wir genossen die wenigen Tage mit unserer Tochter und schmiedeten Weihnachtspläne.
Marks jährliches Oktoberfest fiel auch dieses Jahr aus, weil der übelste Hurrikan, den wir je erlebten, viel verwüstete. Auch Thanksgiving verbrachten wir als Mini-Fest am Vorabend, da Mark mit Sara und Tochter Jade, die Olympia Ambitionen hat, nach Miami zur Regatta mussten.
Nun freuen wir uns auf Weihnachten, das nach vielen Jahren ein besonderes Fest zu werden scheint, weil unsere gesamte Familie plant, mit uns das Fest hier auf Casey Key zu feiern, möglicherweise zum letzten Mal.
Alles Liebe zum Fest und ein gutes Jahr 2023
Dietmar und Heidi
Bilder aus dem Jahr 2022 / Pictures of the year 2022