Casey Key
Our End-of-Year Letter - unser Weihnachtsbrief
Unser traditioneller
Weihnachtsbrief wird nun ein Gruß im Frühjahr. Ja, wir sind am
12.Oktober in unser neues Haus auf Casey Key eingezogen - und noch mehr
Veränderungen haben das vergangene Jahr ereignisreich gemacht. Nachdem wir
nach Florida gezogen waren, besuchten Mark und seine Familie uns häufiger
und sie stellten fest, dass ihnen das Leben in der Sonne und am Wasser gefallen
könnte.
Im März starteten wir für Marks größer
werdende Familie die Haussuche in Sarasota. Mit einigen Schwierigkeiten wurde
ein geeignetes Haus gefunden, denn am 29. Mai gab es bei Mark und Lisa
Familienzuwachs und mit der kleinen Meike Eleanore wurde das Familienleben
einmal wieder auf die Geduldsprobe gestellt. Inzwischen ist Meike ein richtiges
Geschwisterkind für Frederike (7) und Sabine (2)
Seit August arbeitet Mark als Anästhesist im
Sarasota Memorial Krankenhaus spezialisiert auf Herzanästhesie. Lisa
kümmert sich vorerst um die Familie. Wir genießen die Nähe der
Enkelkinder und ihrer Eltern sehr.
Im Sommer fanden wir nun auch, daß es
nach den atemberaubenden Bauereignissen Zeit wurde, in das eigene Haus auf
Casey Key umzuziehen. Wir machten also Dampf und nach vielen Tagen Handanlegen,
weil einige Handwerker einfach nicht kamen, erhielten wir, als der Umzugswagen
vor der Tür stand, die Einzugsgenehmigung.
Das Haus ist noch nicht fertig, aber wir haben
alles ausgepackt, eingeräumt und konnten unter einem wunderschönen, 4
m hohen Tannenbaum mit der Familie, leider ohne Annemarei, Weihnachten feiern.
Annemarei besuchte uns aber in der ersten Januarwoche, wie so oft, die
kälteste Woche im Jahr. So auch dieses Jahr und unsere Tochter erwischte
sehr kalte Tage. Als sie mit ihrem Freund John mal eben kurz
über Labor Day mit dem Auto kam, um einen Tag am Strand zu verbringen, war
der Strand wegen einer roten Algenverseuchung mit Tausenden von toten Fischen
übersät. Es stank furchtbar und wieder konnte Annemarei nur im pool
baden.
Wir waren in die Sonne gezogen, weil Dietmar sich
aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte. Im Frühjahr kam ihm die
Idee, dass er vielleicht doch wieder ab und an operieren möchte und
meldete sich bei einer Zeitarbeits- Firma, die Ärzte zu Praxisvertretungen
vermittelt. Im August flog er nach Wisconsin, um in der Marshfield Clinic der
University of Wiscsonsin vier Wochen auszuprobieren, ob er noch operieren kann.
Er konnte nicht nur, sondern es machte ihm aus wirklich Spass. So hat er dann
auch noch im Winter 9 Wochen Vertretung dort gemacht. Diese Art von Arbeit
scheint hier nichts Ungewoehnliches zu sein, so dass Dietmar plant, einige
Monate im Jahr "am Ball", d.h. im OP zu bleiben.
Wegen des Hausbaus haben wir nur eine Kurzreise anlässlich Heidis
Geburtstags gemacht. Ihre Mutter war zu Besuch und kurz entschlossen, weil
unsere Kinder keine Zeit für einen Besuch in Florida hatten, haben wir uns
ins Auto gesetzt und sind im Mai nach Norden gefahren. In den Smokey Mountains
begannen die wilden Azaleen und Orchi-deen zu blühen, die Wiesen
leuchteten blau, weiß und rosa unter einem klaren Fruehsommer- himmel.
Unser Ziel war Charlottesville, wo Annemarei uns
für den Abend auf eine ehemalige Plantage zum Abendessen eingeladen hatte.
Gespeist wurde wie in einer Großfamilie: alle Gäste erhielten das
gleiche.
Vor dem Essen spazierten
wir durch die Parkanlage, es war bereits ein Sommerabend mit den Düften
des Südens bei untergehender Sonne, und wir genossen einen
wunderschönen Geburtstag. Anschließend saßen wir bis in den
frühen Morgen auf Annemareis kleiner Terrasse und selbst meine Mutter,
Lona, wurde nicht müde bei all unse- ren Diskussionen.
Am folgenden Tag fuhren wir nach Baltimore zu
Mark und Lisa, bei denen wir einen unterhaltsamen Abend und ein
gemütliches Frühstück verbrachten. Dann ging es schon wieder
nach Hause mit einem Abstecher nach Charleston, Süd Carolina. Alles in
allem ein gelungener Geburtstag.
Den Sommer verbrachten wir mit der Hausplanung und
versuchten, so häufig wie möglich an den Strand zu gehen. Unsere
Gäste, erst Lona, dann Ingrid, waren ein Garant dafür, dass wir
unsere Strandgänge nicht vernachlässigen! Ingrid hat uns in diesem
Frühjahr wieder besucht und danach dann Dietmars Familie: seine Mutter und
sein Bruder Volker mit Sohn Nils. Im September folgte Dietmar einer
Vorlesungseinladung nach Pakistan, von Karachi nach Islamabad und an die
afghanische Grenze. Einen Tag nach seiner Abreise traf uns auf unserer Insel
ein Hurricane und zerstörte Hausanlagen und die Stromversorgung für
mehrere Tage. Drei Tage später traf uns alle der unfassbare Terror einiger
Fanatiker.
In jenen Tagen haben wir das Mitgefühl
vieler Freunde gespürt, aber auch erlebt, was den Amerikanern ihre Nation
bedeutet: die Menschen wurden leiser, öffneten sich ihren Nachbarn noch
mehr als bisher schon und beeindruckend war, wie öffentlich immer wieder
darauf hingewiesen wurde, dass dieses nicht die Zeit des Hasses, sondern der
Versöhnung sei.
Dieses Gefühl wurde auch Dietmar in Pakistan von
seinem Auditorium vermittelt, als er dennoch seine Vorlesung gehalten hat, denn
Ärzte seien zum Helfen verpflichtet. Ich machte mir große Sorgen um
Dietmars Wohlergehen, doch er verließ das Land auf Anraten der
amerikanischen Botschaft einen Tag früher als geplant. Bleibt uns nur zu
hoffen, dass die Menschen in Afghanistan ein Leben in Freiheit und Frieden vor
sich haben. Inzwischen sind wieder einige Monate ins Land gegangen und Israel
greift Palestina an, weil es sich in seiner Existenz bedroht fuehlt,
wãhrend die Palestinenser um ein eigenes Land kämpfen. Wird der
Nahe Osten jemals in Frieden leben können? Wir üenschen allen
Freunden und Verwandten ein friedvolles Jahr.
Seit August arbeitet Mark als Anästhesist in einem
Sarasota Memorial Krankenhaus spezialisiert auf Herzanästhesie
unser neues Haus
Die gesamte Familie ist hier beim Fruhstueck