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Die Wittmanns: Gestern, Heute und Morgen. Information about our Family

Christmas Letter 1989

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1989 Unser 1. Weihnachtsbaum in den USA in Brookfield Buckingham Pl.

Trotz aller guten Vorsätze haben wir nun schon den zweiten Advent hinter uns Nun haben wir schon den dritten Advent und trotz aller guten Vorsätze, die Weihnachtspost bis heute erledigt zu haben, ist es uns einmal wieder nicht gelungen. Vielleicht liegt es daran, daß uns gar nicht nach Weihnachten zu-mute ist: bis zum 2. Advent hatten wir herbstliche Temperaturen und auch jetzt scheint die Sonne und wir erwarten heute zehn Grad. Für einige Tage lag eine leichte Schneedecke und wir hatten auf den Winter gehofft. Ja, so haben wir uns in Wisconsiniten verwandelt, die nach einem schönen Sommer den Winter begrüßen: Ruhe und Besinnlich-keit kehren ein, Zeit für ein gutes Buch und die vielen liegengebliebenen Projekte, wie Fotos zu sortieren, die alten Dias und Filme besser zu dokumentieren, den Computer endlich beherrschen zu können (das gilt natürlich nur für Heidi!!) und die Hobbys zu reaktivieren. Nun steht aber erst einmal Weihnachten vor der Tür und wir erinnern uns an das vergangene Jahr. Das Wetter bescherte Milwaukee den Sommer bereits ab Mai, es gab zum ersten Mal seit vielen Jahren einen aus-gedehnten Frühling und trotz eines milden Winters begann die Mückenplage erst am 6. August nach einer extremen Regenmenge von 30 cm innerhalb von drei Stunden! Autoeinfahrten wurden zu reißenden Bächen und Straßen zu angsteinflößenden Strömen. Dietmar bekam selbst in seinem hochgelagerten Van nasse Füße, da der Motor in einer Regenpfütze auf der Kreuzung ersoff. Er mußte zu Fuß nach Hause und war froh, daß er schwimmen konnte. Hitze und Überschwemmung ließen dann die Mückenplage explodieren.
Im Mai flogen Heidi und Dietmar für eine Woche nach England. Die ersten drei Tage verbrachten wir bei Mary und Allen in Scarborough, wohin wir mit der Bahn fuhren und in einer mit viel Liebe zu Bed und Breakfast umgestalteten Bahnstation wohnten. Dann ging es mit einer alten Dampflok durch Yorkshire – Dietmar befand sich im Eisenbahn-traumland. Während der drei Tage in London, das uns nach so langer Zeit wieder richtig gut gefiel – spontan sagten wir, hier könnten wir leben - trafen wir Heidis Cousine Rita und ihren Mann George. Es war spannend und unterhaltsam über unsere Familien und Vorfahren zu reden und Erinnerungen mit Gehörtem zu vergleichen und auszutauschen. Abends besuchten wir das Musical „Miss Saigon" . Heidi gefielen Thema und Musik ausgesprochen gut, während Dietmar nicht so begeistert war, aber er war schon von „Les Miserables", das der gleiche Komponist verfaßt hat, weniger angetan. Wir sind sehr froh, daß wir neue Familienbande in England geknüpft haben und werden sie pflegen. Die Theater in Milwaukee boten diesen Sommer viele Broadway Produktionen, von denen wir „Showboat", „Westside Story" und „Riverdance", die irischen Steptänze, auf der Bühne erlebten.
Während wir in Baltimore und England waren, hatte Gisas Tochter Kathi unser Haus gehütet . Sie wollte nach ihrem bestandenen Schwesternexamen berufliche Erfahrungen in Amerika sammeln. Leider konnte sie hier aus rechtlichen Gründen weder hospitieren noch arbeiten, sondern nur stundenweise mit Kindern auf der Krebsstation spielen, eine Tätigkeit, die von freiwilligen Helfern übernommen wird.
Ende Mai kamen Dietmars Mutter und Reinhard für vier Wochen zu Besuch. In diesen Wochen wurde es schon recht warm, aber dennoch haben sie wohl eine angenehme Zeit hier verbracht. Die Reise an den wunderschönen, nordisch herben Obere See und die Apostelinseln wird wohl nicht vergessen werden.
Nach einem schönen Sommer verbrachten wir Ferien mit Uschi und Walter, Dietmars Cousine und deren Mann, in Las Vegas und in den Rockies, um den Grand Canyon in Nevada und Arizona zu erleben. Daß der Grand Canyon atembe-raubend schön und gigantisch ist, wissen wir, aber zu unserer Überraschung war auch Las Vegas gigantisch und demon-strierte amerikanische Superlative. Unser Erstaunen – der Unterkiefer blieb uns studenlang hängen – ist nicht in Worten faßbar. Die Sache ist erlebenswert. Komischerweise wurde nach wenigen Tagen alles langweilig.
Zu marks 30. Geburtstag flogen wir nach Baltimore, genossen die Tage mit den Kindern sehr, natürlich besonders Fritzi, 4 Jahre, die nach den vier Wochen in Hamburg sehr gut deutsch versteht und, wenn es sein muß, auch spricht. Sie besucht einen Waldorf-Kindergarten und für zwei Stunden in der Woche eine deutschsprachige Spielgruppe. Lisa sammelt in Baltimore ihre ersten Praxiserfahrungen. Auch übernimmt sie Nachtdienste in einem Nachsorge Kranken-haus für Kinder. Mark ist absolut glücklich mit seiner neuen Position. Auch Anna und Barrett kamen zur Geburtstags-feier. Annemarei befindet sich im letzten Jahr ihres Medizinstudiums und hat damit alle wichtigen und aufreibenden Monate hinter sich. Sie weiß inzwischen, daß sie Neurologin werden will und ist in diesen Wochen wegen der Vorstel-lungsgespräche an der Ost- und Westküste auf Reisen. Barrett hat im Mai sein Jura Studium beendet und in der näch-sten Woche wird er zum Anwalt eingeschworen. Um Annas 4. Studienjahr zu überbrücken, studiert er zusätzlich Pädagogik und wird ab Mai 99 Geschichtslehrer sein. Diese Ausbildung macht ihm wirklich Spaß. Für ihn ist das Arbeiten mit Kindern so wichtig, daß er darin eine mögliche Lebensaufgabe sieht. Und das als vollausgebildeter Jurist? So wird man überrascht.
1998 brachte viele Veränderungen und 1999 wird nicht anders sein. "Panta rei". Unser Ziel bleibt dennoch, alle Wittmanns in einem ranchartigen Anwesen in Virginia (?) zu vereinen, eventually. Im Kyberspace sind wir das schon: siehe unsere ersten "Web page" Versuche: www.colonna.net
Fr ouml;hliche Weihnachten und ein gutes 1999
Dietmar und Heidi



PS: Handschriftliche Anmerkung von Heidi: Heinrich, diesen Namen gaben wir einer flugbehinderten kanadischen Gans, die als einzige von 5 Geschwistern übrig blieb und auf unsrem See lebt. Die Eltern haben viele Training Stunden mit Flugübungen verbracht und auch unterschiedliche Erziehungsmethoden zum "Abnabeln" angewandt. Doch mehr als 30 m kann Heinrich nicht fliegen, denn seine rechte Schwungfeder ist zu kurz. Also blieben auch die liebevollen Eltern bei uns am See im Garten. Nun ist der Weiher bis auf einen kleinen Bachzulauf zugefroren und wird versorgen unsere Gänse mit Mais.


Bilder aus dem Jahr 1989

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Die Gänse-Eltern zeigen Heinrich wie man fliegt indem sie unseren kleinen Hang zum See als Abfklugbasis benutzten

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Spätherbst: Nur noch Heinrich und seine Elteren sind geblieben


weitere Bilder aus dem Jahr 1989

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Hier is die gesamte Gänse Familie bevor sie sich aufmachten, gegen Süden zu fliegen und die Eltern mit Heinrich zurück blieben. Übrigens in den folgenden Jahren zeigte sich, dass Heinrich eine Henriette war, da sie ebenfalls auf der Insel brütete und die nächste Generation auf den Weg brachte.

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Annemarei, Mark und Heidi am Heiligabend

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